Hecken

 

Heckenpflege

Wenn man vom Thema Biodiversität in der Landwirtschaft spricht, kommt man um den Begriff Heckenpflege nicht herum. Waren Hecken früher lediglich als Brennholzlieferanten sehr geschätzt und nur von Zeit zu Zeit ca. 10 – 20 cm über dem Boden abgesägt worden, selektiv ausgelichtet oder zurückgeschnitten, so ist man sich heute des wahren Mehrwertes der Hecken bewusst und die Brennholzgewinnung ist in den Hintergrund gerückt. Viele Hecken werden heute gar nicht mehr verjüngt.

Einerseits bereichern sie die Landschaft und fördern auf der anderen Seite auch den Naherholungswert. In der vielerorts ausgeräumten Landschaft bilden sie ein vernetzendes Element für Tiere und Pflanzen und bieten so unentbehrliche Lebensräume. Das Hermelin beispielsweise profitiert von Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen, die in solche Hecken platziert werden.

Einheimisches Gehölz bildet das Fundament von naturnahen Hecken. Diese besitzen zudem einen hohen Anteil an Dornensträuchern. Die perfekte Hecke weist eine hohe Struktur- und Artenvielfalt auf und bietet damit zahlreichen Tierarten einen Unterschlupf. Es ist jedoch vermessen zu glauben, dass eine solche Hecke einfach so ohne Unterhalt ihrem Schicksal überlassen werden kann.

Warum also Heckenpflege?

Ohne gezielte Pflegemassnahmen überaltert eine Hecke und die Artenvielfalt von deren Besuchern verkümmert. In der Regel werden die schnell wachsenden und häufigen Sträucher wie beispielsweise der Hasel oder rote Hartriegel auf ca. 10 – 20 cm Höhe abgeschnitten, während v.a. Dornensträucher, welche langsam wachsen, so gezielt gefördert werden. Gerade der Neuntöter, der bei uns selten gewordene Vogel, benötigt ein vielfältiges Angebot an Insekten, welches er bevorzugt an Dornen und spitzen Seitenästen aufspiesst, um sie zu bearbeiten oder als Vorrat zu halten.

Wie die optimale Heckenpflege funktioniert

Grundsätzlich kann eine Hecke auf verschiedene Arten gepflegt werden:

«Zurückschneiden»: Die äussersten Äste werden geschnitten und somit die Hecke räumlich begrenzt.

«Auf den Stock setzen»: Der ganze Strauch wird auf ca. 10 - 20 cm über dem Boden abgeschnitten.

«Selektiv auslichten»: Hier werden ausgewählte, meist schnell wachsende Sträucher auf den Stock gesetzt, langsam wachsende Arten gezielt freigestellt und / oder nur etwas zurückgeschnitten. Durch die selektive Auslichtung werden Dornsträucher wie der Schwarzdorn gezielt gefördert.

Der ideale Zeitpunkt für die Heckenpflege ist die Vegetationsruhe (November bis März). Die Pflege darf niemals während der Brutzeit durchgeführt werden. Weiter darf maximal die Hälfte einer Hecke gleichzeitig auf den Stock gesetzt werden. Einzelne Abschnitte müssen unberührt bleiben, damit sich deren Bewohner wie gewohnt zurückziehen können.

«Längst ist uns dieser unbezahlbare Mehrwert für die Tier- und Pflanzenwelt bewusst», sagt Eveline Heusser von Heusser Rebbau | Weinhandel, «weshalb wir bereits etliche Ast- und Steinhaufen als wertvollen Lebensraum in unserem Rebberg geschaffen haben.»